Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘anleitungen’ Category

gerade entdeckt: eine „Anleitung zum Anbau der Färberpflanzen Waid, Krapp, Wau und Färberkamille“

 

Advertisements

Read Full Post »

die Kurzversion der Geschichte geht so:
aus einem Eimer voll frischer Waidblätter wurden mit viel Geduld und Zeit 2 Teelöffel voll Waidindigopulver:
die etwas ausführlichere Version beginnt so wie in meiner Anleitung zum Färben mit frischen Waidblättern beschrieben:
frische Waidblätter  klein schneiden und mit heißem Wasser übergiessen:

warten, bis sich das Wasser dunkel verfärbt.

Die Blätter habe ich abgesiebt, die Flüssigkeit wieder auf 50°C erhitzt und 2 Teelöffel Waschsoda hinzugefügt. Dadurch färbte sich die Flüssigkeit dunkelgrün. Mit einem alten Mixer habe ich möglichst viel Luft untergeschlagen, so dass sich Schaum bildete, der sich blau verfärbte.

Diese Brühe habe ich auf mehrere Glasgefäße verteilt, die ich über Nacht ruhen ließ. Am nächsten Tag hatte sich am Grund der Gläser ein Bodensatz gebildet. Mit einer Schöpfkelle habe ich vorsichtig die darüber stehende Flüssigkeit abgeschöpft und wieder mit klarem Wasser aufgegossen und gewartet, bis sich wieder ein Bodensatz gebildet hatte.

Diesen Vorgang habe ich noch einige Male wiederholt, bis schließlich nur noch blauer Schlick übrig blieb. Diesen habe ich in ein Glasschälchen gefüllt und in die Sonne zum Trocknen gestellt.

Read Full Post »

Waid (Isatis tinctoria) gehört zu den zweijährigen Pflanzen, d.h. im Jahr der Aussaat erscheinen nur die Blätter und erst im zweiten Jahr blüht die Pflanze. In der Färbeliteratur wird meist davon gesprochen, dass Waid im 2.Jahr keinen oder nur noch wenig Farbstoff  enthält. Leena und  Helen haben es trotzdem versucht, der Pflanze Farbe zu entlocken … mit unterschiedlichem Erfolg. Das hat auch mir keine Ruhe gelassen und ich habe meinem in voller Blüte stehenden Waid vom Vorjahr ein paar Blätter zu Versuchszwecken stiebitzt.
Die Blätter habe ich klein geschnitten und mit kochendem Wasser übergossen:

nach 2 Stunden hatte sich das Wasser dunkel verfärbt

die Blätter habe ich abgesiebt*, die Flüssigkeit wieder auf 50°C erhitzt und 2 Teelöffel Waschsoda hinzugefügt. Dadurch färbte sich die Flüssigkeit dunkelgrün-braun. Mit einem alten Mixer habe ich möglichst viel Luft untergeschlagen, so dass sich Schaum bildete, der sich blau verfärbte.

Nachdem sich der Schaum gesetzt hatte, habe ich einen Teelöffel voll Natriumhydrosulfit eingestreut und gewartet, bis sich die Farbbrühe in eine klare gelbe Flüssigkeit verwandelt hatte. Dahinein habe ich die ungebeizten Probestränge eingelegt und einige Zeit ziehen lassen.

Beim Herausnehmen schlug das Gelb durch den Kontakt mit der Luft in Blau um.

Je öfter ich den Vorgang wiederholt habe, desto dunkler wurde der Farbton.

Parallel dazu habe ich einige Stränge der mit Rhababerblättern vorgebeizten Wolle im selben Farbbad gefärbt – auch hier vertiefte sich die Farbe mit jedem neuen Tauchgang.

*Um den Blättern alles zu entlocken, was sie an Farbe hergeben, habe ich dann noch die anfangs abgesiebten Blätter in Wasser aufgekocht und diese schwachen Farbtöne erhalten:

Und weil der Waid so üppig blüht und ich wieder reichlich Saat erwarten kann, konnte ich nach den Blättern auch noch einen Versuch mit den Blüten machen:

Die Farben sind zwar nicht so spektakulär wie die Blautöne aus den Blättern – aber ich finde sie trotzdem schön …

Sieht das nicht aus wie ein riesiges Waidfeld? Es handelt sich hier jedoch um Raps, der wie der Waid zur Familie der Kreuzblütengewächse gehört und der in den letzten Wochen so wunderschön hier bei uns in der Marsch geblüht hat.

Read Full Post »

weil mir die Klöppelkissen, die man kaufen kann, zu teuer waren, habe ich mir mit Materialien, die weitgehend in Haushalt und Werkstatt vorhanden waren, selber eines gebaut:

Auf eine Grundplatte aus Sperrholz habe ich einen rechteckigen Kasten aus Spanplatten geleimt, der an den Schmalseiten Vierkanthölzer aufgesetzt hat, zwischen denen später die Walze gelagert wird. Bezogen ist das Ganze mit dem Stoff eines alten Vorhangs, der an der Unterseite angetackert, an der sichtbaren Oberseite mit Polsternägeln befestigt wurde.Die Polsterung besteht aus Füllwatte aus einem nicht mehr benötigten Kissen.

Die Walze habe ich aus einer stabilen Papprolle angefertigt, die mit einer Nadelfilzfliese bezogen wurde.

Um die Walze feststellen zu können. habe ich ein Zahnrad (aus dem Baumarkt) angebracht, das ich mit Hilfe eines schwenkbaren Hebels aus Holz arretieren kann.

Read Full Post »