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Archive for the ‘seide’ Category

wegen der frühlingshaften Temperaturen bis jetzt in den November hinein habe ich erst in der vergangenen Woche mein Beet mit zweijährigem Waid abgeerntet … mit Stumpf und Stiel d.h. die ganze Pflanze mitsamt den Wurzeln wurde herausgezogen. Das Beet ist nun wieder frei für die Waid- Neuaussaat. Ich hatte geplant , dem Waid möglichst viele verschiedene Farbtöne zu entlocken:

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Zu diesem Zweck habe ich 5 verschiedene Färbeverfahren angewendet:

Färbeverfahren 1:

die Blätter wurden in der Regentonne gewaschen, mit der Schere grob zerkleinert und in einer ausrangierten Küchenmaschine geschreddert; die geschredderten Blätter dann mit kaltem Wasser übergossen, dazu ein Schuß Essig und dann wurde der Farbstoff aus den Blättern geknetet. Zum Glück hatte ich tatkräftige Hilfe: wir waren zu dritt und eine von uns hat geschnitten, die andere hat geschreddert und die dritte hat geknetet. Nach dem Abseihen konnten die Stränge und Kammzüge  in der grünen Flüssigkeit versenkt werden. Nach jedem Zug folgte das Verblauen auf der Wäscheleine, bevor die Fasern erneut ins Farbbad kamen. Dieses Verfahren funktioniert auch ohne Vorbeize.

Färbeverfahren 2:

die Hälfte des Farbbades aus Verfahren 1 habe ich zusammen mit vorgebeizter Wolle erhitzt und diese heiß gefärbt.

 Färbeverfahren 3:

die ausgequetschten Blätter wurden mit Wasser aufgegossen und ausgekocht; nach dem Abseihen wurde vorgebeizte Wolle darin heiß gefärbt.

Färbeverfahren 4:

mit der zweiten Hälfte des Farbsudes vom ersten Färbeverfahren habe ich nach der Entfärber-Methode gefärbt. Es wurden mehrere Züge durchgeführt mit zwischenzeitlichem Verblauen an der Luft. Auch bei diesem Verfahren ist keine Vorbeize nötig.

Färbeverfahren 5:

die Waidwurzeln wurden gewaschen, zerkleinert, ausgekocht und über Nacht stehen gelassen. Im abgeseihten Farbsud wurde heiß mit vorgebeizter Wolle gefärbt.

Jetzt fehlt zur Vollständigkeit noch das Färben mit ausgekochten Waidsamen, dann hätte ich das Färbepotential des Waid so ziemlich ausgereizt – oder fällt euch noch eine weitere Waidfärbevariante ein? Leider hatte ich keine ungefärbte Wolle mehr …

Fazit: ich habe mit allen hier genannten Verfahren mit Waid schon intensivere Ergebnisse erhalten, wenn man jedoch die Menge der Wolle / Fasern, die gefärbt wurden, berücksichtigt, ist das aber sicher kein schlechtes Ergebnis. Allein an Sockenwolle hatte ich 500g – die Spinnfasern habe ich nicht gewogen.

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Waidfärbungen

obere Reihe: Färbeverfahren 1; der rechte Strang ist eine Überfärbung

mittlere Reihe, die beiden linken Beispiele: Färbeverfahren 2

mittlere Reihe, die beiden rechten Beispiele: Färbeverfahren 5

untere Reihe, die 3 linken Beispiele: Färbeverfahren  3

untere Reihe, die 3 rechten Beispiele: Färbeverfahren  4 (ganz rechts: Seiden- Hankies)

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Ecoprints

schon seit einiger Zeit verfolge ich verschiedene Blogs und Gruppen, die sich mit dem Thema Ecoprinting befassen, habe Bilder von gelungenen Versuchen bei Pinterest gesammelt und mir das Buch Eco Colour: Environmentally Sustainable Dyes von India Flint gekauft:

 

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Schließlich hatte ich das Gefühl, genügend Informationen gesammelt zu haben, um meine ersten eigenen Versuche durchführen zu können. Den Stoff, eine Bouretteseide, habe ich mit Alaun vorgebeizt und verschiedene Blätter z.B. von Ahorn, Goldrute, Rainfarn, Walnuss und Eiche gesammelt. Den nassen Stoff habe ich mit den Blättern belegt, gefaltet, auf eine leere Plastikkone gewickelt und mit Bindfaden umwickelt. Die Rolle simmerte dann ca. eine Stunde in einem schon schwachen Farbsud von Malvenblüten, in dem sie anschliessend über Nacht verblieb (auch wenn es mir schwerfiel, nicht sofort nachzusehen, ob und wie die Blätter tatsächlich Abdrücke hinterlassen hatten). Am nächsten Morgen dann der spannende Moment beim Auspacken …

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Es hatte geklappt und die Ergebnisse haben in ihrer Intensität meine Erwartungen sogar noch übertroffen:

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Walnuss- und Rainfarnblätter auf Bouretteseide

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Walnuss- und Ahornblätter auf Bouretteseide

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Ahorn- und Walnussblätter

Walnuss- und Goldrutenblätter auf Bouretteseide

Walnuss- und Goldrutenblätter auf Bouretteseide

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und hier noch ein paar Details:

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Leider sind meine Versuche auf Baumwollnessel dagegen bislang noch nicht so überzeugend … da muss ich noch ein bißchen experimentieren.

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… verbirgt sich in dieser unscheinbaren grauen Schachtel:

60 Kärtchen mit jeweils ca. 20m einfädigem Seidengarn – solargefärbt mit Pflanzenfarben:

Das Projekt ist wieder ein Nebenprodukt meiner Solarfärberei, die ja wohl für dieses Jahr leider schon  beendet ist. Für die winzigen Stränge reichte als Färbetopf ein Marmeladenglas und es war ein Freude zu sehen, wir die Seide die Farbe direkt aufgesogen hat.
Nach dem Färben war dann allerdings viel Geduld, eine ruhige Hand … und noch einmal viel Geduld gefragt, denn in dieses Chaos musste erst einmal Ordnung gebracht werden:

Zum Glück verhakt sich Seide ja nicht wie Wolle es tut, aber alles in allem wurde daraus eine richtige Fleißarbeit. Wenn man allerdings das Aufwickeln der Fäden auf die kleinen Kärtchen nicht als Arbeit betrachtet, sondern eher als meditative Tätigkeit, dann war’s nur halb so schlimm … Nun, die Mühen sind vergessen und ich erfreue mich an den leuchtenden Farben … und weil ich sie so schön finde, kommen jetzt noch ein paar Bilder:

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… einer Kontaktfärbung mit Pflanzen auf Seide:

Dazu habe ich ein vorgebeiztes, feuchtes Seidentuch mit verschiedenen Blüten und Blättern belegt, es fest eingerollt und – in Frischhaltefolie verpackt – mehrere Wochen im Gewächshaus gelagert. Ich gebe zu: ich habe zwischendurch immer einmal vorsichtig nachgesehen, ob sich schon etwas getan hatte.

Die feinen Muster und Strukturen zeigen sich erst beim näheren Hinsehen, deshalb jetzt einige Detailfotos:

Wie gesagt: ein erster Versuch … viel schönere Ergebnisse gibt es auf der Seite von India Flint , von der auch die Anregung zu meinem Versuch stammt.

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Zwischenbericht

Die erste Seite des Schals ist fertig und ich bin ganz zufrieden mit dem Teilergebnis. Leider hatte ich zwei Ausfälle zu verzeichnen: die Wolle im hellsten Blauton sowie ein blau-grüner Strang waren durch nichts zum Verfilzen zu bewegen. Das Phänomen war mir ja schon bei der gestrickten i-cord-Kette aufgefallen: einige Farben filzen besser als andere….

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das andere Ende des Schals ist gegengleich geplant, d.h. die Seite mit den Blautönen bekommt am anderen Ende die Rot- und Gelbtöne und umgekehrt.

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… eines Kartons voll mit Märchenwolle in allen Regenbogenfarben

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kam mir die Idee zu einem weiteren Nunofilz-Projekt…. ein schwarzer Chiffonseidenschal ist auch noch vorhanden…und ich bin im Farbenrausch….

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Diesmal will ich die Streifen quer zur Länge des Schals einfilzen und es wird keine Fransen geben..die überstehenden Enden der Wollstränge werden noch zur Rückseite hin eingeschlagen, damit der Schal von beiden Seiten gut aussieht. Ich hoffe nur, dass die Märchenwolle gut filzt…

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…gute Bilder von meinem neuesten Werk zu machen…Bisher dachte ich immer, schwarze Gegenstände seien schwer zu fotografieren, aber Rot übertrifft alles…ich kann machen, was ich will: ob drinnen oder draußen, mit Tageslichtlampe, bei bedecktem Himmel oder bei Sonnenschein, mit Blitz oder ohne….es will einfach nicht klappen, ich kann den Rotton nicht so wiedergeben, wie er in Wirklichkeit ist….Dabei war ich sooo froh, dass endlich einmal in für mich erreichbarer Nähe ein Kurs im Nunofilzen stattfand (meine ersten eigenen Versuche waren nicht sonderlich erfolgreich gewesen)

Das erste Bild zeigt den Seidenschal in seiner ganzen Größe (ursprünglich 40x180cm)

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durch das Einfilzen der Wolle schrumpft das Gewebe etwas, was man sehr schön auf dem zweiten Bild sehen kann:

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Das letzte Bild gibt die Farbe am besten wieder: der Schal ist eigentlich weinrot und die Fransen haben unterschiedliche Rottöne.

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