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Archive for the ‘wolle’ Category

Kleine Spinnerei

Ihr kennt das ja schon von mir: etwas wegwerfen, das man noch für irgendein Projekt verwenden könnte? … nur äußerst  ungern. Und so hatte ich noch von diesem Schal viele kurze pflanzengefärbte Reste übrig:

SAMSUNG CAMERA PICTURES Zur Verwendung dieser Reste spukte mir schon länger eine Idee im Kopf herum.

Heute nun habe ich mir mein einfädiges Konengarn vorgenommen und es zunächst 4fädig verzwirnt.

Dieses Garn wiederum habe ich dann in umgekehrter Richtung mit sich selbst verzwirnt. Während des Verzwirnens habe ich immer ein buntes Reststückchen mitlaufen lassen. Um den Drall wieder heraus zu nehmen habe ich dann dieses Garn erneut in umgekehrter Richtung mit sich selbst verzwirnt.

Verstrickt mit 5er-Nadeln sieht das Ganze so aus:

Zugegeben, die Angelegenheit ist ziemlich aufwändig, aber wie gesagt: nur eine kleine Spinnerei ;o)

Und: JA, die vorstehenden Garnenden sind beabsichtigt.

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ich übe …

irgendwann wird nur „geradeaus“ spinnen langweilig … deswegen ist dieses Buch bei mir eingezogen:

und jetzt bin ich fleißig am Üben ;o)

artyarn

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Beim Sammeln von Schilfblüten bin ich auf zwei Pflanzen gestoßen, die ich noch nicht auf Färbetauglichkeit getestet hatte, die ich aber – weil sie hier reichlich am Feldrand vorhanden sind, durchaus wieder in Erwägung ziehen könnte, wenn ich einen Gelbton brauche. Bei der groben Identifizierung half mir mein Pflanzenbestimmungsbuch, das mich schon seit vielen, vielen Jahren begleitet: Was blüht denn da? (Kosmos-Naturführer)

Es handelt sich um eine Melde- und um eine Knöterichart.

Melde

Knöterich

Und weil mir die Farben gut gefielen, habe ich ein paar Sockenwollstränge partiell damit eingefärbt. Dazu kamen Mädchenauge und Waid, der bei der Überfärbung die Gelbtöne in Grün verwandelte.

Diese und weitere Stränge gibt es demnächst im Shop.

Ach ja … ich war ja eigentlich zum Schilfblütensammeln losgezogen … auch die wurden verwendet und die Färbung mit Waid „abgerundet“:

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Filz- Geschichten

Geschichte Nr. 1

Auf besonderen Wunsch einer mir nahestehenden älteren Dame hatte ich vor einiger Zeit aus dem Isager-Garn „Tvinni“ eine Strickjacke mit aufwändigem Zopfmuster gestrickt – zweifädig (ein Faden dunkelbraun, der andere rot). Die Jacke gefiel und passte gut, wärmte und wurde gerne getragen. Nun war eine Wäsche notwendig geworden, die dem Geschenk beigelegte Waschanleitung war abhanden gekommen und so landete das gute Stück in der Waschmaschine … ihr wisst, was jetzt kommt:

Die Jacke ist von Gr.48 auf eine geschätzte Gr.38 geschrumpft, Form und Muster sind erhalten geblieben, sie ist halt jetzt sehr dicht (wie das bei Strickfilz so ist) und wärmt sicherlich hervorragend – sie passt nur niemandem in meiner näheren Umgebung; die Kinder sind erwachsen und Enkelkinder nicht in Sicht. Ich könnte sie natürlich zerschneiden und Handschuhe, Stulpen oder eine Mütze daraus nähen, aber das bringe ich nicht fertig.

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Lieber wäre es mir, wenn sich jemand vorstellen könnte, die Jacke zu tragen. Schickt mir eine Nachricht, dann sende ich die genauen Maße. (Die Jacke ist übrigens überall gleich lang, nur auf dem Bild sieht es so aus, als sei eine Seite länger als die andere)

edit: die Geschichte hat ein gutes Ende genommen … es hat sich jemand gefunden, der die Filz-Jacke passt.

Geschichte Nr.2

Vor ca. 30 Jahren habe ich während eines Webkurses auf Bornholm zwei Decken in Grautönen gewebt. Eine habe ich verschenkt, die andere hat bis jetzt gute Dienste auf dem Sofa geleistet. Nun hatte sie allerdings ihre beste Zeit hinter sich, denn die Ränder fransten aus. Da ich ja nicht anders kann, als den Dingen noch ein zweites Leben zu geben, habe ich die Decke zum Filzen in die Waschmaschine gegeben. Was mit Strickstücken geht, klappte auch mit Gewebtem. Das Gewebe schrumpfte und verdichtete sich wie gewünscht und aus der ehemaligen Decke konnte ich drei Kissenhüllen nähen. Bei zwei der Hüllen habe ich die vorhandenen Fransen zum Verschliessen verknotet – Kissenhüllen für Faule sozusagen; die dritte bekommt noch einen Reißverschluss.

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Geschichte Nr. 3:

Schon lange standen Duffers auf meiner to-do-Liste, doch die Liste ist lang und so kam es bisher nie zur Ausführung … bis vor Kurzem dieser ausführliche Beitrag von Ingrid sowie ihre genialen Abänderungen der Anleitung den letzten Anstoss gaben, das Projekt endlich in Angriff zu nehmen.

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Vielen Dank dafür. Jetzt überlege ich noch, auf welche Art und Weise ich die Hausschuhe noch ein wenig individueller gestalten kann.

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wegen der frühlingshaften Temperaturen bis jetzt in den November hinein habe ich erst in der vergangenen Woche mein Beet mit zweijährigem Waid abgeerntet … mit Stumpf und Stiel d.h. die ganze Pflanze mitsamt den Wurzeln wurde herausgezogen. Das Beet ist nun wieder frei für die Waid- Neuaussaat. Ich hatte geplant , dem Waid möglichst viele verschiedene Farbtöne zu entlocken:

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Zu diesem Zweck habe ich 5 verschiedene Färbeverfahren angewendet:

Färbeverfahren 1:

die Blätter wurden in der Regentonne gewaschen, mit der Schere grob zerkleinert und in einer ausrangierten Küchenmaschine geschreddert; die geschredderten Blätter dann mit kaltem Wasser übergossen, dazu ein Schuß Essig und dann wurde der Farbstoff aus den Blättern geknetet. Zum Glück hatte ich tatkräftige Hilfe: wir waren zu dritt und eine von uns hat geschnitten, die andere hat geschreddert und die dritte hat geknetet. Nach dem Abseihen konnten die Stränge und Kammzüge  in der grünen Flüssigkeit versenkt werden. Nach jedem Zug folgte das Verblauen auf der Wäscheleine, bevor die Fasern erneut ins Farbbad kamen. Dieses Verfahren funktioniert auch ohne Vorbeize.

Färbeverfahren 2:

die Hälfte des Farbbades aus Verfahren 1 habe ich zusammen mit vorgebeizter Wolle erhitzt und diese heiß gefärbt.

 Färbeverfahren 3:

die ausgequetschten Blätter wurden mit Wasser aufgegossen und ausgekocht; nach dem Abseihen wurde vorgebeizte Wolle darin heiß gefärbt.

Färbeverfahren 4:

mit der zweiten Hälfte des Farbsudes vom ersten Färbeverfahren habe ich nach der Entfärber-Methode gefärbt. Es wurden mehrere Züge durchgeführt mit zwischenzeitlichem Verblauen an der Luft. Auch bei diesem Verfahren ist keine Vorbeize nötig.

Färbeverfahren 5:

die Waidwurzeln wurden gewaschen, zerkleinert, ausgekocht und über Nacht stehen gelassen. Im abgeseihten Farbsud wurde heiß mit vorgebeizter Wolle gefärbt.

Jetzt fehlt zur Vollständigkeit noch das Färben mit ausgekochten Waidsamen, dann hätte ich das Färbepotential des Waid so ziemlich ausgereizt – oder fällt euch noch eine weitere Waidfärbevariante ein? Leider hatte ich keine ungefärbte Wolle mehr …

Fazit: ich habe mit allen hier genannten Verfahren mit Waid schon intensivere Ergebnisse erhalten, wenn man jedoch die Menge der Wolle / Fasern, die gefärbt wurden, berücksichtigt, ist das aber sicher kein schlechtes Ergebnis. Allein an Sockenwolle hatte ich 500g – die Spinnfasern habe ich nicht gewogen.

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Waidfärbungen

obere Reihe: Färbeverfahren 1; der rechte Strang ist eine Überfärbung

mittlere Reihe, die beiden linken Beispiele: Färbeverfahren 2

mittlere Reihe, die beiden rechten Beispiele: Färbeverfahren 5

untere Reihe, die 3 linken Beispiele: Färbeverfahren  3

untere Reihe, die 3 rechten Beispiele: Färbeverfahren  4 (ganz rechts: Seiden- Hankies)

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In meinem Garten habe ich Stockrosen in verschiedenen Farben, deren abgefallene Blüten ich getrennt gesammelt bzw. sortiert habe:

Stockrosenblüten in versch. Farben

Stockrosenblüten in versch. Farben

In jedes Glas habe ich jeweils 5g davon eingefüllt und mit heißem Wasser aufgegossen.

Schon an dieser Stelle kann man sehen, wie unterschiedlich die Farben sind, die extrahiert werden:

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Pro Glas kam  ein mit Kaltbeize vorgebeizter Probestrang (Sockenwolle, ca. 5g) dazu und die Gläser wurden in die Sonne gestellt. Nach wenigen Tagen sah das Ergebnis so aus:

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Ich habe viele Beispiele gesehen, bei denen mit schwarzen Stockrosen ein Blauton erreicht wurde. Mir ist das noch nie gelungen, meine werden immer grünstichig bis petrolfarben. Ich vermute, das liegt an der Wasserqualität.

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ohne viel Worte verweise ich zu den Einzelheiten auf den ersten Teil der Solarfärbeversuche:

Solarfärbeproben (4)

Solarfärbeproben (4)

Eine Bemerkung sollte ich vielleicht doch noch zu dem oben stehenden Bild machen :o) :

Die Färbung mit den frischen Schalen der Rote Bete (Nr.716) erscheint sicher etwas ungewöhnlich – des Rätsels Lösung: das Glas hatte einen Deckel, der von innen rostig war und beim Schwenken des Glases Eisen an die Färbeflotte abgegeben hat. Nicht geplant, aber im Ergebnis ganz interessant und sicher auch ganz bewusst einsetzbar.

Solarfärbeproben (5)

Solarfärbeproben (5)

Edit möchte noch die Frage nach den unreifen Kastanien mit einem Foto beantworten:

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Was auf den ersten Blick aussieht wie Stachelbeeren (und auch die Größe hat), sind vom Baum abgefallene Minikastanien mit Hülle). Die Farbe dunkelt an der Luft nach.

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