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Posts Tagged ‘solarfärben’

ohne viel Worte verweise ich zu den Einzelheiten auf den ersten Teil der Solarfärbeversuche:

Solarfärbeproben (4)

Solarfärbeproben (4)

Eine Bemerkung sollte ich vielleicht doch noch zu dem oben stehenden Bild machen :o) :

Die Färbung mit den frischen Schalen der Rote Bete (Nr.716) erscheint sicher etwas ungewöhnlich – des Rätsels Lösung: das Glas hatte einen Deckel, der von innen rostig war und beim Schwenken des Glases Eisen an die Färbeflotte abgegeben hat. Nicht geplant, aber im Ergebnis ganz interessant und sicher auch ganz bewusst einsetzbar.

Solarfärbeproben (5)

Solarfärbeproben (5)

Edit möchte noch die Frage nach den unreifen Kastanien mit einem Foto beantworten:

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Was auf den ersten Blick aussieht wie Stachelbeeren (und auch die Größe hat), sind vom Baum abgefallene Minikastanien mit Hülle). Die Farbe dunkelt an der Luft nach.

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Unter Solarfärbe- Anfängern taucht häufig die Frage auf: womit kann ich färben und welche Farbe erhalte ich?

Für mich gilt immer: „Versuch macht klug“ und so habe ich Anfang Juni eine Versuchsreihe aufgebaut, in der ich Pflanzen – zum größten Teil aus meinem Garten – auf ihre Solarfärbetauglichkeit getestet habe:

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Benutzt habe ich Marmeladen- und Mayonnaisengläser und ähnliche kleine Gläser mit Schraubdeckel. Die Probestränge , die ich von einem Sockenwollstrang abgewickelt habe, waren vorgebeizt (darauf komme ich später noch zurück) und hatten ein Gewicht von ca. 5g . Zusammen mit den zerkleinerten Färbepflanzen habe ich jeweils einen Strang in die Gläser gelegt, bis zum Rand mit Wasser aufgefüllt und die Gläser verschlossen. Nach unterschiedlicher Färbedauer  (zwischen ein paar Tagen und 3 Wochen) in Sonne und Regen habe ich die Proben aus den Gläsern genommen – jeweils dann, wenn mir der Farbton intensiv genug war. Und so sehen meine fertigen Proben aus:

Solarfärbeproben 2014 (1)

Solarfärbeproben 2014 (1)

solarproben2

Solarfärbeproben 2014 (2)

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Solarfärbeproben 2014 (3)

Die Ergebnisse haben mich in ihrer Intensität zum Teil überrascht. Zu bedenken ist hier jedoch, dass ich – im Verhältnis zum Gewicht der Probestränge – relativ viel Pflanzenmaterial verwendet habe. Darüber hinaus war die verwendete Wolle superwash ausgerüstet, was ja bekanntlich auch zu intensiveren Ergebnissen führt. Ich möchte diese Versuche keinesfalls als Rezepte verstanden wissen – bitte fragt mich nicht nach Mengenangaben und seid darauf gefasst, dass ihr möglicherweise andere Ergebnisse erzielen werdet. Standort, Erntezeit, Wasserqualität und andere Faktoren beeinflussen die Färbeergebnisse erheblich. Mein Ziel war es, herauszufinden, welches Potential in  einzelnen Pflanzen steckt. Darüber hinaus möchte ich dazu ermutigen, auch einmal die ausgetretenen Pfade zu verlassen und Pflanzen auszuprobieren, die jenseits des allgemein Üblichen liegen. Wenn man das in kleinem Rahmen macht, hat man nicht viel zu verlieren.

Wie schon erwähnt, habe ich die Probestränge vorgebeizt. Ich habe immer einen Eimer mit selbst angesetzter Kaltbeize stehen, in dem ständig ein paar Stränge Wolle vorbeizen. So bin ich jederzeit vorbereitet auf spontane Solar- oder Topffärbeaktionen. Ich habe in den vergangenen Jahren folgende Erfahrung gemacht: wenn man das Alaun direkt ins Färbeglas gibt, verbindet sich ein Teil der aus den Pflanzen gelösten Farbstoffe mit dem freien Alaun, sinkt auf den Boden des Glases und kann nicht mehr auf die Faser aufziehen. An dieser Stelle darf ich das ja schreiben, ohne mit Sanktionen rechnen zu müssen ;o) (sorry – das konnte ich mir jetzt nicht verkneifen).

Nachtrag: Die Färbungen sind reib- und waschecht. Die Lichtechtheit habe ich nicht getestet – das ist wieder ein anderes Thema.

Ich hoffe, dass die Solarfärbezeit noch lange andauert und wünsche euch viel Spaß beim Färben.

 

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… müssen sie sein und rascheln wie Papier – dann sind die Waidsamen reif zur Ernte:

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Frische Samen aus der Ernte 2014 gibt es im Shop, mit den Resten vom Vorjahr wird mit Hilfe der Sonne gefärbt:

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oben ist das Glas, kurz nachdem ich es befüllt habe. Da alles relativ fest gepackt ist, erwarte ich eine Grünfärbung, die an den Stellen, an denen die Wolle direkten Kontakt zu den Samen hat, dunkler ausfallen wird.

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dieses ist eine Probefärbung, die schon einige Tage gestanden hat, und deren bisheriges Ergebnis so aussieht:

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Vor einigen Jahren habe ich schon einmal mit Waidsamen eine Probefärbung im Topf durchgeführt, deren Ergebnisse HIER zu sehen sind

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… beobachte ich die aktuelle Solarfärber- Szene. Wie die Pilze sprießen Gruppen zu diesem Thema aus dem Boden -  bei Facebook, bei ravelry und anderswo. Was mich daran befremdet, ist die Tatsache, dass viele dieser Solarfärber an Hintergründen und Grundlagenwissen überhaupt nicht interessiert sind. Gefragt ist der schnelle Erfolg ohne viel Aufwand. Da wird schnell ‘mal ‘was zusammen geworfen und mit Unmengen von Alaun bestreut (denn viel hilft ja viel). Ich will hier niemandem den Spaß am Solarfärben verderben und in diesen Gruppen sind auch Mitglieder dabei, die ernsthaft an der Sache interessiert sind. Ein großer Teil übernimmt jedoch kritiklos Falschinformationen, die sie “irgendwo im Internet” gefunden haben.  Da wird dann fleißig die Wolle mit Essig vorbehandelt, weil man das bei “dem anderen Färben” auch so macht. Da wird der fertige Strang mit Essig “nachfixiert”. Es werden getrocknete Waidblätter bestellt, um mit ihnen im Glas blau zu färben, es werden sogar TK- Himbeeren gekauft. Die Enttäuschung hinterher ist vorprogrammiert, wenn sich die tolle Gelbfärbung mit Kurkuma als nicht lichtecht erweist oder wenn sich die Beerenfärbungen, die im Glas so toll aussahen, ins Graue verändern. Dass es einen Sinn hat, dass Wolle, die mit Pflanzenfarben gefärbt werden soll, seit Jahrhunderten VORgebeizt wird und sich nur wenige Pflanzenfarben für eine Direktfärbung eignen … alles egal.

Nun könnte es mir ja auch egal sein, womit sich andere Leute beschäftigen; was mir jedoch Sorgen macht , sind diese Halb- oder Falschinformationen, die sich hartnäckig halten und verbreiten. Durch Misserfolge und Enttäuschungen wird dadurch ernsthaft Interessierten möglicherweise der Spaß an der Pflanzenfärberei verdorben. Schade.

So, das musste ich ‘mal los werden. Nun warte ich auf “Gegenwind” – vielleicht geht es ja aber auch der einen oder anderen so wie mir.

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