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Posts Tagged ‘walnussblätter’

nach einem nächtlichen Sturm vor ein paar Tagen stand mein Walnussbaum am nächsten Morgen plötzlich (fast) ohne Blätter da …

Damit stand das Programm des Tages fest: Walnussblätter sammeln … mehrere Wäschekörbe voll …
…und das Programm der folgenden Tage hieß: Färben mit Walnussblättern … glücklicherweise geht das ja ohne Vorbeize, sonst hätte ich ein Problem gehabt …
jedenfalls hatte ich (und habe immer noch) reichlich Färbematerial, um verschiedene Wollqualitäten zu färben. Hier eine kleine Auswahl:

von links nach rechts:
Sockenwolle, mehrstufige Kontaktfärbung, (HIER erhältlich)
100% Merino, mehrstufige Kontaktfärbung,
 Lacegarn (100% Schurwolle), Kontaktfärbung auf Goldrutenfärbung (HIER erhältlich)
Sockenwolle, in mehreren Abschnitten in Abstufungen gefärbt (HIER erhältlich)

Die folgenden Bilder zeigen, wie durch die Kontaktfärbung eine – gewollt – unregelmäßige Färbung erreicht wird, die den Garnen eine Art „Lebendigkeit“ verleiht:

die letzten beiden Bilder geben nicht die originale Farbe wieder, ich habe sie jedoch ausgewählt, um die Variationen innerhalb einer Farbe zu verdeutlichen.

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… hat nun mein Walnussbaum … und ich habe sie alle fleißig aufgesammelt … die Nachbarn mögen sich gewundert haben, warum ich jeden Tag mit einem kleinen Korb in den Garten gegangen bin, um Blätter einzeln aufzusammeln – alle anderen harken sie schließlich zu großen Haufen zusammen …

Weil mir die Farbe so gut gefiel, habe ich das Verfahren nach dem alten Färberezept  noch einmal durchgeführt, dieses Mal mit 100g Sockenwolle (75/25), 100g Merino (90%) mit Baumwoll- und Seacell-Anteil und einem kleinen Probestrang von einem aufgeribbelten, ehemals gelben Uraltpullover.

Nach dem ersten Durchgang (li: Merinomischung, re: Sockenwolle ) ist die Farbe noch ganz blass:

nach dem zweiten Durchgang schon kräftiger:

und nach dem dritten Durchgang und dem Trocknen sieht das Egebnis so aus:

Dieses Mal ist die Farbe nicht so dunkel geworden wie beim ersten Versuch. Ich nehme an, dass es daran liegt, dass der richtige Zeitpunkt zum Sammeln der Blätter bereits vergangen war und ich beim zweiten Mal auch Blätter verwendet habe, die schon getrocknet waren.

Der kleine Strang vom aufgeribbelten Pullover hat sich übrigens in der Brennprobe als irgendeine Faser(mischung) mit hohem Poly-Anteil erwiesen … deshalb auch so ein blasses Färbeergebnis.

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Bei ravelry bin ich auf folgenden Link gestoßen: Newspaper Articles about Southern Dyes, 1860-1865.
Es handelt sich um eine Sammlung von Artikeln zum Thema Handfärben (erschienen in Zeitungen der Südstaaten Amerikas des 19.Jahrhunderts) , die von Vicki Betts von der University of Texas at Tyler zusammen gestellt wurde.
Ich denke, dass ich kein Copyright verletze, wenn ich den betreffenden Artikel von 1862 hier zitiere:


SAVANNAH [GA]REPUBLICAN, November 3, 1862, p.1, c. 4

To Dye Wool Yarn a Durable Black Without Copperas.—Place in your kettle a layer of Walnut leaves, then a layer of yarn, then a layer of leaves and another of yarn, and so on till the kettle is full, pour on water till all is covered, and boil all day. The next morning pour off the liquor into another vessel, and put fresh leaves with the yarn in layers as before and pour the same liquor over it and boil again all day. Then hang the yarn in the air a few days after which wash it, and it will be a fine black.
The Walnut leaves should be gathered in the autumn, just as they begin to fall from the trees.

Der Artikel passte zeitlich ausgesprochen gut, denn die Blätter meines Walnussbaumes sind gerade dabei, abzufallen.

Ich habe also nach Anweisung eine Lage Walnussblätter, einen Strang Wolle (100% Merino, ungebeizt) und eine weitere Lage Walnussblätter in meinen Färbetopf geschichtet, mit Wasser aufgefüllt und zum Kochen gebracht. Allerdings  – und hier bin ich vom Rezept abgewichen – habe ich die Kochzeit nach ca. einer halben Stunde beendet, anstatt (wie angegeben) den ganzen Tag  (!) zu kochen. Den Topf habe ich bis zum nächsten Tag stehen lassen, dann die Flüssigkeit abgefiltert, erneut mit neuen Blättern die Schichten aufgebaut, mit der Flüssigkeit aufgefüllt, zum Kochen gebracht usw. Die gesamte Prozedur habe ich insgesamt dreimal durchgeführt, von Mal zu Mal wurde die Flüssigkeit dunkler, die Wolle natürlich auch.

Das Ergebnis ist zwar kein Schwarz – aber damit hatte ich auch nicht ernsthaft gerechnet. Ich gehe davon aus, dass für das obige Färberezept im 19. Jahrhundert ein eiserner Topf benutzt wurde, der das Ergebnis beeinflusst hat, während ich einen Edelstahltopf benutzt habe..

Mein Ergebnis ist ein richtig sattes Dunkelbrau, das auf den Bildern leider nicht richtig wiedergegeben wird:

wie dunkel es tatsächlich ist, kommt noch am besten heraus im Vergleich mit meinen Färbungen mit frischen Walnussblättern:

Mir gefällt dieses warme satte Braun sehr gut, in dieser Intensität habe ich es auf anderem Wege noch nicht erhalten.

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in den letzten Jahren hatte ich im Herbst immer die abgefallenen Blätter meines erst ein paar Jahre alten Walnussbaumes aufgesammelt und getrocknet (man weiß ja nie, wozu man die noch einmal gebrauchen kann .. ) und jetzt vor ein paar Wochen war ein Zweig vom Sturm abgebrochen worden und die Blätter vertrocknet. Beides zusammen habe ich zerkleinert und eine Nacht in Regenwasser eingeweicht

… ich hatte eigentlich wenig Hoffnung, dass sich ein sehenswertes Ergebnis zeigen würde, denn ich hatte gedacht, dass den Blättern, die im Herbst von den Bäumen fallen, alle Säfte und Inhaltsstoffe entzogen seien … umso überraschter war ich, dass die Färbung selbst auf ungebeizter Wolle erfolgreich war …


von links nach rechts:
1) auf Alaunkaltbeize
2) ohne Vorbeize
3) wie 1), mit Pottasche entwickelt
4) ungefärbte Wolle zum Vergleich

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